04.03.2010
Verdiente Niederlage für das DFB-Team
Ein kleiner Fehler machte am Ende den Unterschied aus: René Adler will in der 45. Minute klären, doch Higuain ist cleverer.
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat ihren wichtigsten Test vor der Weltmeisterschaft in Südafrika gegen Argentinien knapp, aber verdient mit 0:1 (0:1) verloren. Bereits kurz vor dem Pausenpfiff entschied Gonzalo Higuain von Real Madrid mit seinem goldenen Tor die Partie für die Gauchos. Christian Träsch kam nicht zum Einsatz.
"Es gibt noch Baustellen", stellte Joachim Löw nach dem Schlusspfiff des Freundschaftsspiels gegen die Südamerikaner am gestrigen Abend in München fest. Die Analyse des Bundestrainers offenbart die Schwächen, die die Nationalmannschaft an dieser Partie zeigte: "Sie haben uns unter Druck gesetzt, aber wir haben es nicht geschafft, sie zu Fehlern zu zwingen und Druck aufzubauen." Ein Indiz für die Harmlosigkeit an diesem Abend ist auch die geringe Anzahl an Tormöglichkeiten, die sich die DFB-Elf herausspielte. Lediglich zwei Chancen konnten die Deutschen für sich verbuchen. "Uns hat der Mut gefehlt, das Selbstvertrauen haben wir heute nicht gezeigt", kritisierte der Bundestrainer die Leistung seiner Mannschaft.
Der Siegtreffer durch Gonzalo Higuain bahnte sich in der Schlussphase der ersten Hälfte förmlich an. Zuvor hatte Angel di Maria die deutsche Elf bereits mit einem Lattentreffer geschockt (38.). Ausgerechnet dem erst in dieser Woche zur offiziellen Nummer eins ernannten Leverkusener Schlussmann René Adler unterlief dann ein grober Schnitzer beim Herauslaufen, der zum 1:0 für die Gäste führte: "Ich bin den berühmten Schritt zu spät gekommen. Ich war davon überzeugt, dass ich den Ball bekomme, aber dann war ich eine Zehntelsekunde zu langsam", gab Adler nach dem Ende der Partie zu.
Auch Michael Ballack äußerte sich selbstkritisch: "Es war ein typisches Spiel gegen Argentinien. Es war von der Taktik geprägt, wir wollten nicht ins offene Messer laufen. Die Argentinier sollten ihre Offensivstärke nicht ausspielen. Darunter hat natürlich unsere Offensive ein bisschen gelitten. Wir haben uns vielleicht zu sehr auf die Defensive konzentriert. Gegen so einen starken Gegner gar nichts zu zulassen, ist schwer möglich." Trotzdem konnte der Kapitän dem schwachen Abschneiden seiner Elf noch etwas Positives abgewinnen: "Es war ein guter Test für uns, um zu sehen, dass wir noch einiges tun müssen."