05.03.2010
Gross will in Bremen den Abstand auf die Top-Teams verkürzen

Auf "Helmut" Cacau ruhen in Bremen alle Hoffnungen.
"Wir stehen im März vor großen Herausforderungen", erklärt Christian Gross. "Unsere Vorgabe ist, den Abstand zu den führenden Mannschaften in der Bundesliga zu verkürzen, angefangen mit Bremen." Vier Punkte sind die Norddeutschen noch vor dem VfB. Am Samstag wollen die Schwaben in der Tabelle Anschluss an den amtierenden DFB-Pokalsieger finden und sich mit einem Auswärtssieg im Weser-Stadion (Anstoß: 15.30 Uhr) für die internationalen Plätze empfehlen.

Bis auf Sven Ulreich kamen alle VfB-Profis kerngesund von ihren Länderspielen unter der Woche zurück. Den Ersatzkeeper der Schwaben hatte es allerdings heftiger erwischt: Ulreich steht den Stuttgartern nach seinem Bruch des Wadenbeinköpfchens im linken Knie in dieser Saison vermutlich gar nicht mehr zu Verfügung. Deshalb wird am Samstag im Weser-Stadion Alexander Stolz auf der Bank sitzen. "Mit Alex haben wir einen hervorragenden zweiten Mann, der unser vollstes Vertrauen genießt", erklärt Trainer Christian Gross in diesem Zusammenhang beruhigt.

Im Hinblick auf seine Taktik für das Spitzenspiel beim SV Werder lässt Gross überdies verlauten, dass man versuchen müsse, "möglichst fehlerlos zu bleiben und gut verteidigen". Bremens Offensivqualitäten sind also auch dem Schweizer Trainer hinlänglich bekannt. Doch Gross setzt auf die letzten durchweg positiven Vorstellungen seiner Mannschaft auf gegnerischen Plätzen: "Bisher ist es uns auswärts gut gelungen, wenn wir selbstbewusst aufgetreten sind."

Größtes Selbstbewusstsein hat derzeit vor allem "Helmut": Cacau, der nach seinem Debüt im Team von Joachim Löw den typisch deutschen Spitznamen von Ludovic Magnin verpasst bekam, hat gerade einen Lauf wie kein zweiter Stuttgarter. Nach seinem Treffer gegen Barcelona, dem guten Auftritt beim Länderspieltest gegen Argentinien und insgesamt sechs Ligatoren aus den letzten beiden Partien, stellt der gläubige Christ die größte Gefahr für die arg ersatzgeschwächte Bremer Abwehr dar. Thomas Schaaf muss auf Clemens Fritz, der mit Oberschenkelproblemen weiterhin ausfällt, und vermutlich auch Petri Pasanen (Infekt) verzichten. Wer dann die beiden Außenpositionen in der Defensive bekleiden soll, ließ der Bremer Coach noch offen: "Wir haben Möglichkeiten und werden schon etwas aus dem Hut zaubern."

Die Spiele zwischen Bremen und Stuttgart waren übrigens nie torarm: Besonders die vergangenen zehn Bundesliga-Begegnungen zeugen davon. Im Schnitt fielen dabei vier Tore pro Spiel. Gerne erinnert man sich im Schwabenland an den 8. März 2008, als Cacau mit einem Doppelpack und Mario Gomez mit drei Treffer maßgeblichen Anteil am 6:3-Kantersieg des VfB über die Nordlichter hatten. Samstag gilt es nun für die Truppe von Christian Gross, die 0:2-Hinrundenpleite wettzumachen.