08.03.2010
Stuttgart gibt Sieg in Bremen noch aus der Hand
Bitter: Kapitän Delpierre (hier mit Träsch und Pizarro), sieht seine fünfte Gelbe Karte.
Der VfB Stuttgart musste sich am Samstag im Weser-Stadion mit einem Punkt begnügen. Zur Halbzeit führten die Schwaben nach Treffern von Pogrebnyak (15.) und Khedira (42.) noch souverän mit 2:0, mussten nach einer starken Schlussviertelstunde des Gastgebers und Toren von Almeida (75.) und Frings (81.) schließlich doch noch mit einem 2:2-Unentschieden leben. Christian Träsch lieferten im Stuttgarter Mittelfeld über 90 Minuten eine solide Vorstellung ab. 75% seiner Pässe kamen bei Mitspielern an: ein guter Wert.
Bei Bremens Coach Thomas Schaaf war die Liste der Verletzten schon vor dem Spiel immens lang, die Alternativen also sehr gering. So blieb dem Werder-Trainer in der 69. Spielminute beim Spielstand von 0:2 nichts anderes übrig, als Stürmer Markus Rosenberg für Außenverteidiger Sebastian Prödl zu bringen. Skurril allerdings: Der Angreifer tauchte nicht in den vorderen Reihen auf, sondern vertrat den Österreicher auf der rechten Außenbahn. Und das tat Rosenberg mit Bravour. Ein Grund dafür, dass die Bremer am Ende doch noch zwei Treffer erzielten und der VfB zwei Punkte mehr oder weniger verschenkte.

Hart umkämpft: Hier kann Aaron Hunt die Kugel gegen Cristian Molinaro knapp behaupten.
Für die ersten 45 Minuten sprach VfB-Trainer Christian Gross seinen Schützlingen nach der Partie ein Lob aus: "Die erste Halbzeit hat mir sehr gut gefallen. Wir haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten", so der Schweizer. In der Tat war der VfB in Hälfte eins die überlegene Mannschaft, kombinierte gut und zeigte sich vor dem gegnerischen Gehäuse bedeutend abgeklärter als die heimischen Bremer. Schon in Minute 15 ließ Aliaksandr Hleb all sein Können aufblitzen, als er Pavel Pogrebnyak gekonnt in Szene setzte. Der Russe verwandelte eiskalt zur verdienten 1:0-Führung für die Schwaben. Auf der Gegenseite bemühte sich Werder, sorgte auch phasenweise durch einen Naldo-Freistoß (21.), ein Abseitstor von Borowski (26.) sowie zwei Großchancen von Pizarro (30. + 41.) für Gefahr vor dem Stuttgarter Gehäuse. Doch die Ordnung der VfB-Hintermannschaft und die starke Vorstellung eines Jens Lehmann waren in Hälfte eins die Garanten dafür, dass kein Gegentor fiel. Besser als die Bremer Offensive machte es Sami Khedira in der 42. Minute, der eine Flanke von Timo Gebhart mustergültig mit dem Kopf unter das Gebälk knallte.
"In der zweiten Hälfte hätten wir das dritte Tor machen müssen, dann hätten wir das Spiel auch nach Hause gebracht", urteilte Christian Gross und erinnerte sich damit die Fortsetzung der Stuttgarter Sturm-und-Drang-Phase zu Beginn von Hälfte zwei. Cacau setzte in der 52. Minute Aliaksandr Hleb hervorragend in Szene, doch der Weißrusse verstolperte die Kugel vor Tim Wiese. Fünf Minuten später versuchte es der Deutsch-Brasilianer selbst, ein bärenstarker Bremer Schlussmann vereitelte die Möglichkeit von "Helmut" Cacau allerdings noch. Es war die beste Chance für die Gäste in Hälfte zwei. Anschließend brachte Schaaf Markus Rosenberg für den enttäuschenden Prödl. Mit dem Schweden kam überraschend mehr Ordnung in die Defensive, zudem sorgte der gelernte Stürmer für neue Offensiv-Impulse. Den Anschlusstreffer besorgte jedoch ein anderer Einwechselspieler. Hugo Almeida nahm den Ball nach einem weiten Pass von Per Mertesacker perfekt an und hämmerte die Kugel vom linken Strafraumeck flach ins Netz (75.). Wenig später holte Stefano Celozzi im Strafraum Marko Marin von den Beinen, und Torsten Frings verwandelte souverän zum 2:2-Ausgleich (81.). Thomas Schaafs Plan ging am Ende also voll auf. "Wir haben heute teilweise sehr gut gespielt, aber in der zweiten Hälfte leider nicht die Entscheidung herbeigeführt", erklärte Aliaksandr Hleb nach der Partie. "Wir haben einige leichte Fehler gemacht, die Bremen dann aufgebaut haben."
Auch für Torschütze Sami Khedira haben die Schwaben in Bremen zwei Punkte verschenkt: "Bei einem Sieg hätten wir den Abstand nach oben verkürzen können, aber leider hat es heute nicht sein sollen." Trotzdem zeigt sich der U-21-Europameister im Hinblick auf die nächsten Aufgaben optimistisch: "Jetzt müssen wir in den kommenden Wochen punkten, um die Minimalchance für die Europa League noch zu nutzen."